Koffein ist das am meisten konsumierte Stimulans der Welt. Die meisten Menschen verwenden es, um ihnen beim Aufwachen zu helfen, als Teil ihres morgendlichen Rituals beim Frühstück, und auch, um sie bei Bedarf wach zu halten (z. B. Büroarbeit, Nachtfahrten usw.). Sportler verwenden es am häufigsten, um die Ausdauer zu verbessern und die Kraft vor dem Training zu steigern. Aber wie wirkt Koffein wirklich?

Welche Zusammenhang besteht zwischen Koffein und sportlicher Leistung? Koffein trägt durch drei Hauptmechanismen zur Leistungssteigerung in verschiedenen Sportarten bei:

  • Adenosin blockieren
  • erhöhte Kalziumfreisetzung in den Muskeln
  • Wirkung auf Katecholamine

BLOCKIERT ADENOSIN – WIE WIRKT KOFFEIN AUF DAS GEHIRN?

Koffein hat eine ähnliche chemische Struktur wie ein Molekül namens Adenosin. Adenosin wird auf natürliche Weise im Körper produziert und ist für Müdigkeit, Erschöpfung und sogar Schmerzen verantwortlich, wenn es an seine Rezeptoren im Gehirn bindet. Einfach ausgedrückt – ein höherer Adenosin Spiegel bedeutet mehr Ermüdung. Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeiten zwischen Koffein und Adenosin kann Koffein verhindern, dass Adenosin an Rezeptoren im Gehirn bindet, wodurch Müdigkeits- und Schmerzgefühle reduziert werden.

KOFFEIN ERHÖHT DIE KALZIUMFREISETZUNG AUS MUSKELZELLEN

Koffein erhöht die Freisetzung von Kalzium in Muskelzellen, was die Muskelkontraktion beeinflusst. Die Zugabe von Koffein wirkt sich somit auf die Steigerung der Muskelkraft aus.

KOFFEIN KANN DEN KATECHOLAMIN SPIEGEL BEEINFLUSSEN

Koffein kann den Abbau von Triglyceriden anregen. Die freigesetzten Fettsäuren können zur Energiegewinnung genutzt werden. Gleichzeitig stimuliert Koffein die Wirkung von Katecholaminen, zu denen auch Adrenalin gehört. Die erhöhte Aktivität von Katecholaminen beschleunigt den Abbau von Fetten. Die Verwendung von mehr Fett für Energie führt dazu, dass der Körper Glykogen Speicher konserviert. Fett wird als primäre Energiequelle verwendet, während Kohlenhydrate in Form von Glykogen eine Energiequelle für später sind. Letzteres führt zu einer Leistungssteigerung und einer Verringerung der Möglichkeit einer vorzeitigen Muskelermüdung.

Sind die Wirkmechanismen nachweisbar?

Mithilfe von Gehirn-Scanning Techniken wurde gezeigt, dass Koffeinmoleküle im Gehirn die Wirkung von Adenosin direkt blockieren können. Viele Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Koffein vor dem Training zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung während des Trainings führt. Die reduzierte Schmerzwahrnehmung soll es Sportlern ermöglichen, eine hohe Intensität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Viele Studien zeigen auch positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Ausdaueraktivitäten, die etwa 1 Stunde dauern.

Die Blockierung der Freisetzung von Adenosin ist der Hauptmechanismus, durch den Koffein zur Leistungssteigerung beitragen kann. Die Blockierung der Freisetzung von Adenosin führt zu einer verringerten Ermüdung und einem abgestumpften Schmerzempfinden.

Quellen

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